Page 6 - Weinjournal Weinhaus Straeten
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und abgerechnet wurden, ein Fuder entsprach
        etwa  der  Kapazität  eines  zweispännigen  Wa-
        gens und betrug je nach regionaler Überein-
        kunft zwischen 800 und 1.800 Litern.


        1950,  genau  dreißig  Jahre  nach  seiner  Über-
        nahme  der  Geschäfte,  wagt  Gisbert  Josef
        Straeten  zwei  weitere  wichtige  strategische
        Schritte. Wie schon sein Vater nutzt er dafür
        die  günstige  Gelegenheit  eines  wachstums-
        freundlichen  Klimas,  nach  dem  Krieg  stehen
        die Zeichen auf Wirtschaftswunder. Er gründet
        eine Kellerei an der Mosel. Und er entschließt
        sich, neben der mit dieser Gründung verbun-
        denen Kelterung und Abfüllung eigener Weine
        zum Import ausgesuchter internationaler Fla-
        schenweine aus den berühmtesten und besten
        Lagen Europas.



                „Das Leben ist
            zu kurz, um schlechten
               Wein zu trinken.“


        Als  Herbert  Straeten  1954  das  Geschäft  sei-  1973 - Herbert Straeten, Weinkönigin aus Baden, Anneliese Straeten, Klaus Hülshoff (Stadtdirektor) und
        ner Väter und Mütter übernimmt, ist er ohne   Heinz an den Boom (Bürgermeister).
        Übertreibung  Herr  eines  kleinen  Imperiums,
        das  er  umtriebig  und  geschickt  erweitert.  Er   Spirituosen. Der Name Straeten steht zu dieser   nach den langen Jahrzehnten ungebrochenen
        verlagert  den  Prozess  des  Kelterns  von  der   Zeit am Niederrhein und darüber hinaus längst   Wachstums  nun  in  den  etwas  rauheren
        Mosel an den Niederrhein, um noch effektiver   als Synonym für ein ungewöhnlich breites und   1980er-Jahren  die  ordnende  Hand  einer  der
        produzieren  zu  können,  übernimmt  Fachge-  qualitativ  ausgewogenes  Sortiment  geistiger   als stark und tüchtig bekannten Straeten-Frau-
        schäfte in Krefeld und Neuss und Hüls. Im al-  Getränke, hilfreich und wohltuend in vielen Le-  en das Ruder in der Hand hält.
        ten Stammsitz – dem Stadtpalais an der Hülser   bens- und Geschmackslagen.
        Straße – herrscht das seit Jahrzehnten vertrau-
        te  emsige  Treiben,  bald  haben  motorisierte                           Claudia  Straeten  bündelt  das  Unternehmen
        Last-  und  Pritschenwagen,  die  hier  ein-  und   Rund neunzig Jahre nachdem Gründervater Gis-  neu, beendet die Ära des Kelterns und Abfüllens
        ausfahrenden Fuhrwerke früherer Zeiten gänz-  bert  Stefan  Straeten  sein  vielversprechendes   vor Ort, schließt unrentabel gewordene Stand-
        lich abgelöst.                      Vorhaben in die Tat umsetzte, steht 1984 dann   orte,  eröffnet  Straetens  Weingalerie  in  Mön-
                                            erstmals eine der im Hinter- und Vordergrund   chengladbach  und  legt  die  Strategie  für  die
                                            auch vorher stets aktiven Frauen der Familie   nächsten  Jahrzehnte  fest:  Den  Aufbau  eines
        In  den  1970er-Jahren  baut  Herbert  Straeten   Straeten  an  der  Spitze  des  Weinhauses.   internationalen Spitzensortimentes an Weinen
        ein  Wohn-  und  Geschäftshaus  an  der  Peter-  Claudia Straeten tritt die Geschäftsführung in   und Spirituosen mit vielen großen Namen, zahl-
        straße  in  Kempen  und  platziert  dort  das  bis   einer  Zeit  an,  in  der  der  Markt  im  Umbruch   reichen Geheimtipps, liebevoll gepflegten Tradi-
        heute  beliebte  Fachgeschäft  für  Weine  und   ist. Es tut dem Unternehmen  sehr  gut,  dass   tionen und immer wieder neuen Akzenten.



















        Herbert Straeten              Weinprobe in Straetens Weinstube: Felix Opheis und Ludwig Erhard  Omi Gretchen (Margarete Straeten)
           1949                         1959                                                1979







                                                      www.weinhaus-straeten.de                                     7
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